Rauer Sonnenhut

  • Familie: Korbblütler (Asteraceae)

  • Gattung: Rudbeckia (Rudbeckia)

  • Art: Schwarzäugige Rudbeckie (Rudbeckia hirta)

lateinischer Name |  Rudbeckia hirta

Vorkommen |

Der raue Sonnenhut (Rudbeckia hirta) stammt ursprünglich aus Nordamerika und kommt dort vom Süden Kanadas bis in die südlichen USA vor. In seiner Heimat besiedelt er sonnig-warme, mäßig trockene bis frische Standorte wie Prärien, Waldlichtungen und offene Flächen. Häufig findet man ihn an gestörten Standorten, etwa wo Feuer, Weide oder menschliche Eingriffe die Konkurrenz von ausdauernden Pflanzen unterdrücken.

Der raue Sonnenhut ist weltweit als Zierpflanze kultiviert worden und hat sich als Neophyt in vielen Regionen wie Europa, Zentral-Asien, Korea, Japan und China etabliert. In Mitteleuropa verwildert er besonders an grasigen Wegrändern, auf Ödland, an Ufern, Straßen- und Bahnböschungen. In Deutschland tritt er vor allem in wärmeren Gebieten verwildert auf, nur in Schleswig-Holstein fehlt er weitgehend. Die Pflanzen bevorzugen nährstoffreiche, basenreiche Böden und gelten als Zeiger für Störungsstandorte.

Häufig ist der raue Sonnenhut in Mitteleuropa durch Begrünungssaat oder spontane Ansamung zu finden.

 

Wirkung 

Der raue Sonnenhut (Rudbeckia hirta) wird in der Volksmedizin traditionell gegen eine Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt, wobei besonders seine immunmodulatorische Wirkung hervorgehoben wird. Extrakte dieser Pflanze enthalten unter anderem Arabinogalaktanproteine (AGPs), die in Studien als Immunmodulatoren aufgefallen sind. Im Tierversuch zeigen die isolierten AGPs aus Rudbeckia hirta eine stimulierende Wirkung auf die Proliferation von Milzzellen, die Ausschüttung verschiedener Zytokine (u.a. GM-CSF, IL-6, TNF-alpha, INF-gamma), die Produktion von Immunglobulin M (IgM) sowie die Bildung von NO, welches an der Abwehr von Fremdzellen beteiligt ist.

Neben der immunstimulierenden Wirkung wurde Rudbeckia hirta volksmedizinisch zur Unterstützung der Abwehrkräfte bei Infekten, zur Förderung der Wundheilung sowie bei anderen Beschwerden (z.B. Entzündungen, Ohrenschmerzen, Schlangenbissen) eingesetzt. Wissenschaftlich anerkannt ist diese Anwendung allerdings nicht – zudem weist das Kraut ein hohes Allergisierungspotenzial auf; deshalb wird eine therapeutische Nutzung nicht empfohlen. Während andere Sonnenhüte (v.a. Echinacea-Arten) medizinisch vielseitig verwendet werden, ist für Rudbeckia hirta die pharmakologische Bedeutung geringer und es fehlen überzeugende klinische Nachweise.

Zusammengefasst:

  •  (insbesondere durch AGPs) nachgewiesen

  • Traditionell zur Unterstützung des Immunsystems und bei Wunden verwendet

  • ; medizinische Anwendung wird nicht empfohlen

Die Anwendung des rauen Sonnenhuts sollte daher kritisch hinterfragt und eher vermieden werden, insbesondere gegenüber besser untersuchten Heilpflanzen wie dem Purpur-Sonnenhut (Echinacea).

 

David Sonnenschein, 12 Jahre aus Weyer (Oberösterreich)
Forscher und Redakteur